Biologie

Was bedeutet überhaupt Biologie?

In der 5. Klasse ist dies eine häufig gestellte Frage, die sich zunächst einmal recht einfach beantworten lässt: Der Begriff Biologie leitet sich von den griechischen Wörtern bios (Leben) und logos (Kunde) ab und bezeichnet somit die Wissenschaft von den Lebewesen. Wir haben uns als Fachschaft allerdings das Ziel gesetzt, unseren Schüler*innen nicht nur das nötige theoretische Hintergrundwissen zu vermitteln, sondern das Unterrichtsfach Biologie möglichst auch mit Leben zu füllen. Somit versuchen wir, den Schüler*innen unsere Faszination für das eigene Sein und die Umwelt zu verdeutlichen und diese auf sie zu übertragen.

Methodische Schwerpunkte

Im Rahmen des Biologieunterrichts lernen die Schüler*innen unter anderem naturwissenschaftliche Arbeitsmethoden kennen, die ihnen einen wesentlich genaueren Einblick auf die bisher nur oberflächlich wahrgenommene Umwelt bieten. Mithilfe der schuleigenen Mikroskope und Binokulare wird so z.B. die Erkenntnis erlangt, dass eine zunächst langweilig wirkende Pflanze ein faszinierendes System funktionaler Untereinheiten ist.

Wie beim Mikroskopieren wird auch beim Präparieren von Organen wie z.B. einem Schweineherzen im Jahrgang 8 oder Augen im Jahrgang 9 der Schwerpunkt möglichst auf die originale Begegnung der Schüler*innen mit den Strukturen und Lebewesen gelegt. Denn „[p]rimäre Naturerfahrungen können einen wesentlichen Beitrag zur Wertschätzung und Erhaltung der biologischen Vielfalt leisten und die Bewertungskompetenz für  ökologische,  ökonomische  und  sozial  tragfähige  Entscheidungen  anbahnen.“ (Niedersächsisches Kultusministerium 2015) In diesem Zusammenhang werden zudem thematisch passende Exkursionen durchgeführt. So findet für den neunten Jahrgang im Zusammenhang mit dem Thema Sexualität des Menschen jährlich ein Besuch bei der Beratungsstelle profamilia statt. Zudem ist für den siebten Jahrgang eine Exkursion zum Wattenmeer Besucherzentrum in Planung, um ökologische Systeme nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch im eigenen Lebensumfeld kennenzulernen.

Damit die Schüler*innen insbesondere komplexe Funktionen kleinschrittiger nachvollziehen oder detaillierte Strukturen genauer betrachten können, arbeiten wir häufig mit unserer großen Sammlung an Exponaten und Modellen. Hierbei sind wir stets auf der Suche nach neuen Ideen, um im Unterricht mehr Anschaulichkeit zu vermitteln, aber auch den Wissenstransfer der Schüler*innen zu fördern. Im Rahmen des problemlösenden Unterrichts entwickeln die Schüler*innen zu Fragestellungen zudem eigene Modelle, aber auch Experimente. Das anschließende Durchführen der Versuche und die kritische Auseinandersetzung mit den Modellen sowie experimentellen Ergebnissen bilden einen weiteren Schwerpunkt des Biologieunterrichtes.

Neben dem möglichst häufigen praktischen Arbeiten versuchen wir, die Faszination der Schüler*innen für das Fach Biologie jedoch vor allem auch mit interessantem Wissen zu wecken. Einerseits wird hierbei vor allem in den höheren Jahrgängen spezielles Fachwissen vermittelt, das eine optimale Grundlage für die Vertiefung in der Oberstufe, aber auch einen Berufseinstieg oder ein Studium in dem Bereich der Naturwissenschaften bildet. Andererseits wird bereits ab der fünften Klasse ein Wissen aufgebaut, „welches für den verantwortungsvollen Umgang mit sich, dem sozialen Umfeld und zur aktiven Teilnahme an der Gesellschaft von Bedeutung ist.“ (Niedersächsisches Kultusministerium 2015) In diesem Zusammenhang wird auch ein wichtiger Beitrag zur fächerübergreifenden Gesundheits- und Umwelterziehung geleistet.

Inhaltliche Schwerpunkte und eingeführte Lehrbücher

Klassen-stufeZeitrahmen und ThemenLehrbuch
(und Verlag)
5Ganzes Schuljahr zweistündig: – Was ist Biologie?! – Wirbeltiere – Haustiere – Das Für und Wider – Überwinterung – Pflanzen sind LebewesenBiosphäre 5/6 (Cornelsen)
6Halbes Schuljahr zweistündig: – Der Mensch – Sexualerziehung
7Halbes Schuljahr zweistündig: – Lebewesen bestehen aus Zellen – Wie ernähren sich Pflanzen? – Der Wald besteht nicht nur aus Bäumen/Das Wattenmeer vor unserer HaustürBiosphäre 7/8 (Cornelsen)
8Halbes Schuljahr zweistündig: – Ernährung – Warum essen wir? – Atmungsapparat – Wofür benötigen wir unsere Atmung? – Herz-Kreislaufsystem – Verteilung ist alles!
9Ganzes Schuljahr zweistündig: – Sinne erschließen die Umwelt – Immunbiologie – Infektionskrankheiten und ihre Bekämpfung – Sexualität des Menschen – Hormone und ihre SteuerungBiosphäre 9/10 (Cornelsen)
10Ganzes Schuljahr einstündig: – Vom Kern über das Chromosom zum Gen – Erste Schritte in der Genetik
11Ganzes Schuljahr zweistündig: – Bau und Funktion von Zellen und Biomembranen – Realisierung der genetischen InformationBiosphäre Einführungs-phase (Cornelsen)
12 & 13abhängig von der von den Schüler*innen gewählten KurskombinationNatura (Klett)

Biologie in der Qualifikationsphase

Die Themen und Inhalte für das jeweilige Zentralabitur sowie den Unterricht in den Jahrgängen 12 und 13 können dem aktuellen Kerncurriculum (http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/bi_go_kc_druck_2017.pdf) sowie den jahrgangsbezogenen Hinweisen (https://www.nibis.de/zentralabitur_1395) entnommen werden.

Neben diesen fachlichen Inhalten steht insbesondere die Vertiefung und Vernetzung des biologischen Wissens im Vordergrund. Somit stellt die Wahl eines Biologiekurses auf grundlegendem und vor allem erhöhtem Niveau in der Oberstufe eine optimale Vorbereitung auf ein Studium in den Bereichen Biologie, Medizin, Pharmazie, Ökotrophologie, Bionik, Biochemie etc. sowie entsprechende Ausbildungsberufe dar.

Beurteilung der Leistungen

Da im Fach Biologie im Regelfall nur eine Klassenarbeit pro Halbjahr geschrieben wird, zählt diese auch weniger als die Mitarbeitsnote. Diese wiederum setzt sich unter anderem aus den folgenden Aspekten zusammen:

  • Beiträge zum Unterrichtsgespräch und Ergebnisse von Tests
  • Unterrichtsdokumentationen (z. B. Protokolle, mikroskopische Zeichnungen, Projekte)
  • Anwenden fachspezifischer Methoden und Hilfsmittel (z. B. zunehmend eigenständiges Planen, Durchführen und Auswerten von Experimenten)
  • Präsentationen, zunehmend auch mediengestützt
  • Arbeiten im Team und Ergebnisse von Partner- oder Gruppenarbeiten

Forder- und Förderkonzept

Die Schüler*innen werden ab der 5. Klasse zunehmend dazu ermutigt, ihre Ergebnisse mithilfe der vorhandenen Dokumentenkameras und Beamer selbstständig zu präsentieren. Somit können im Klassenverband verschiedene Lösungsansätze gleichzeitig visualisiert sowie diskutiert und vor allem gewürdigt werden. Des Weiteren findet somit eine Förderung wichtiger Kompetenzen wie z.B. dem Präsentieren und Erläutern von Informationen sowie einer angemessenen Äußerung von Kritik statt. Der Biologieraum ist außerdem mit einer interaktiven Tafel ausgestattet, die es uns ermöglicht, digitale Unterrichtsmaterialien wie z.B. Simulationssoftware zur besseren Darstellung von komplexen Vorgängen zu nutzen.

Neben dem Einsatz von binnendifferenzierenden Maßnahmen im Biologieunterricht findet eine weitere Forderung besonders leistungsstarker oder interessierter Schüler*innen im Rahmen der Naturwissenschafts-AG statt. In der Arbeitsgemeinschaft erhalten die Schüler*innen die Möglichkeit, eigenständig Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Zudem wird seit Februar 2020 für die Klassenstufen 10 und 11 ein Forder- und Förderunterricht für die Fächer Biologie und Chemie entwickelt und angeboten. Hierdurch soll es den Schüler*innen ermöglicht werden, wesentliche Grundlagen für den Unterricht in der Oberstufe aufzuarbeiten oder sich noch tiefgehender mit naturwissenschaftlichen Phänomenen auseinanderzusetzen.

Wir freuen uns auf faszinierende und lehrreiche Stunden mit euch!

Frau Jackstell, Frau Müller, Frau thom Suden, Frau Metzinger, Frau Baha, Herr Steffen, Herr thom Suden und Herr Dr. Carsten