„Bilingualer“ Geschichtsunterricht am Gymnasium Otterndorf – Häufige Fragen

Was ist „bilingualer“ Geschichtsunterricht?

Bilingualer Unterricht oder fachsprachlich „CLIL“, also „Content and Language Integrated Learning“ steht dafür, dass eine Fremdsprache als Arbeitssprache im Sachfachunterricht verwendet wird.

Ziel ist es dabei, die Sprache wie ein Werkzeug zu benutzen, um sich über die Inhalte des Faches auszutauschen – das Lernen der Sprache steht also nicht im Vordergrund, sondern das Sachfach. Dadurch gelingt das Lernen der Fremdsprache wie „nebenbei“.

Der Unterricht ist also nicht im eigentlichen Sinne „bilingual“ (zweisprachig), sondern die Fremdsprache soll möglichst durchgängig benutzt werden, um sich ohne die Bewertung der Sprachkenntnisse an ihre Verwendung zu gewöhnen und Hemmungen abzubauen.

Grundsätzlich gilt: So viel Fremdsprache wie möglich, so viel Muttersprache wie nötig.

Zusammengefasst sind die Ziele von „bilingualem“ Unterricht:

  • Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit in der englischen Sprache
  • Schritt vom Lernen der Fremdsprache zum Lernen in der Fremdsprache
  • Nutzung der Fremdsprache als Medium zur Bewältigung der Lern- und Arbeitsprozesse

Am Gymnasium Otterndorf wird das Fach Geschichte im Rahmen des „bilingualen“ Unterrichts in der Fremdsprache Englisch angeboten.

Wie funktioniert das genau?

Am Gymnasium Otterndorf können interessierte SchülerInnen von der 8. – 10. Klasse den „Bili“-Geschichtsunterricht belegen. Hierzu findet gegen Ende der 7. Klasse eine Informationsveranstaltung statt.

Der Unterricht findet 2 Wochenstunden pro Halbjahr zeitgleich mit dem deutschsprachigen Geschichtsunterricht statt. Während dieser Zeit können die SchülerInnen dieses freiwillige Angebot verlassen oder auch neu belegen – die An- und Abmeldung erfolgt jeweils zum Halbjahr über das Sekretariat.

Weitere Infos zum genauen Ablauf sind bei Frau Struckmann erhältlich.

Wer kann mitmachen?

Jede/r, die/der Spaß an der englischen Sprache und deren aktiven Gebrauch hat und vielleicht auch das Fach Geschichte einmal von einer anderen Seite kennen lernen will. Voraussetzungen sind außerdem mindestens befriedigende Leistungen im Fach Englisch.

Welche Vorteile bietet CLIL?

  • Vertiefung der immer wichtiger werdenden Fremdsprachenkenntnisse, somit auch Vorbereitung auf den internationalen Arbeitsmarkt
  • Beitrag zu interkulturellem Lernen und interkultureller Handlungsfähigkeit, da die SchülerInnen die Sprache mehr als Medium nutzen
  • Förderung besonders sprachaffiner und motivierter SchülerInnen
  • Erweiterung der Sprachkompetenzen
  • SchülerInnen zeigen sich im Unterricht oft besonders motiviert und engagiert
  • Englischsprachige Quellen und Materialien bieten neue Perspektiven auf geschichtliche Inhalte

Fehlen dann nicht wichtige Inhalte aus dem regulären Geschichtsunterricht?

Der „bilinguale“ Geschichtsunterricht hat kein eigenes Curriculum, sondern folgt in seinen Anforderungen, Zielen, Inhalten und Methoden den geltenden Richtlinien und Vorgaben des Geschichtsunterrichts, an die er gebunden ist. So wird wichtige Fachterminologie beispielsweise immer in beiden Sprachen besprochen und auch von den SchülerInnen erwartet.

Wie läuft die Bewertung ab?

Da „bilingualer“ Unterricht in erster Linie Sachfachunterricht ist, ist primär die fachliche Leistung, nicht die sprachliche Kompetenz Grundlage der Bewertung und Zensierung.

Schülerstimmen zum „bilingualen“ Unterricht

Ich habe Geschichte bilingual gewählt, weil …

  • „… ich Geschichte einfach spannend finde und dachte, dass ich mich vielleicht verbessere in Englisch. Meine Wahl hat sich als richtig erwiesen; der Unterricht macht immer Spaß.“
  • „… ich Geschichtsunterricht auf Englisch kennen lernen wollte. Für mich war es damals etwas Neues, was man im Nachhinein betrachtet unbedingt ausprobieren sollte, wenn man es notentechnisch ausprobieren kann. Der Vokabelschatz hat sich bei mir erweitert, da man viele neue historische Vokabeln lernt. Meine Befürchtung war, dass sich meine Note in Geschichte stark verschlechtert, was sich aber nicht bewahrheitet hat. Zwar ist es manchmal schwer, alles zu verstehen, aber man kann sich durch die Zusammenhänge vieles erschließen.“

Mir gefällt an „Bili“, dass …

  • „… Schüler und Schülerinnen aus Parallelklassen miteinander arbeiten können.“
  • „… die Unterrichtsstunden durch kleine Warm-Up-Spiele und Projekte sehr interessant sind.“
  • „… man oft mit dem Sitznachbarn oder einer Gruppe Aufgaben bearbeiten darf.“
  • „… das Unterrichtstempo angepasst wird (→Zeichen geben, wenn der Unterricht zu schnell für jemanden ist).“
  • „… schwierige Vokabeln oft durch Vokabellisten erklärt werden.“
  • „Außerdem lernt man auch viele neue englische Wörter und wird somit auch in Englisch besser.“

Welche Befürchtungen hattest du?

  • „Ich hatte am Anfang ziemlich viele Befürchtungen, z.B. dass es viele Hausaufgaben gibt, dass man viele Vokabeln lernen muss, dass ich während des Unterrichts nichts verstehe oder auch die Aufgaben in der Arbeit. Aber es hat sich nichts davon bewahrheitet und deshalb bereue ich es gar nicht, Bili gewählt zu haben!“
  • „Das wir nicht alles verstehen, wir haben aber gelernt, dass man nicht den kompletten Satz verstehen muss, sondern den Inhalt und so fiel es uns leichter alles zu verstehen. Falls man doch mal Hilfe braucht kann man ganz leicht fragen, oder auf die Vokabelhilfen schauen (Vokabeln müssen wir zwar nicht lernen, also sie werden nicht in Tests abgefragt, aber es hilft ;)).“