Junge Tüftler mit cleveren Ideen

Pfiffige Ideen sind gefragt bei den Wettbewerben „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ – und daran mangelt es den Nachwuchsforschern aus Otterndorf offenkundig nicht. Beim Regionalentscheid in Celle in der vergangenen Woche räumten die Gymnasiasten wieder mehrere Preise ab. Erfindergeist, Neugierde und viel Engagement steckte auch in diesem Jahr in jedem Projekt, das die „Daniel Düsentriebs“ aus Otterndorf beim Regionalwettbewerb präsentierten. Katharina thom Suden und Dierk Steffen, Fachlehrer und Betreuer der forschenden Schüler, trieben „ihre“ Tüftler zu Top-Leistungen in ganz unterschiedlichen Disziplinen und Experimenten an.

Felix Pfuhl (11) aus Otterndorf untersuchte das „Keim- und Wachstumsverhalten von Kresse bei Zugabe von verschiedenen Flüssigkeiten“. Unter anderem „bewässerte“ er das Kreuzblütengewächs mit Cola, Leitungswasser und alkoholfreiem Bier. Das Ergebnis: Mit Leitungswasser wuchs die Pflanze am besten, „weil Kresse basische Flüssigkeiten neben leicht sauren am besten verträgt“.

Ebenfalls mit Kresse experimentierte der zwölfjährige Jakob Handel. Er sammelte in Otterndorf Zigarettenstummel ein, weichte sie in Wasser ein und begoss die Kresse mit dem „Kippen-Wasser“. Das Wachstum der Pflanzen wurde ganz klar gehemmt. Die Jury belohnte das Experiment (Fachgebiet Biologie) mit einem Sondergeldpreis.

Schon ein richtiger „Jugend-forscht“-Profi ist Taro Finn Schlenz (12) aus Otterndorf. Er nahm bereits zum dritten Mal an dem Wettbewerb teil. Seine diesjährige Herausforderung lautete: Lässt sich aus Obst Strom gewinnen? „Ja, das geht“, stellte Taro fest. Allerdings könne man mit Früchten keine größeren Maschinen oder gar ein Auto antreiben. „Sollte man aber kleine Schaltkreise verwenden, kann man diese rein theoretisch mithilfe von Strom aus Früchten antreiben.“ Für diese Untersuchung erhielt der Otterndorfer Nachwuchsforscher einen Sonderpreis in der Kategorie Chemie: ein Jahresabo der Zeitschrift „Geolino“.

Wie funktionieren eigentlich nicht-newtonsche Flüssigkeiten? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Gymnasiastinnen Tabea Meyer und Emily Knaut, beide 14. „Nicht-newtonsche Flüssigkeiten sind Flüssigkeiten, die sich unter Krafteinwirkung wie Festkörper verhalten“, erklärt Emily. Beispiele dafür sind Treibsand oder Ketchup. Im Physik-Labor experimentierten die Mädchen mit unterschiedlichen Flüssigkeiten, Temperaturen und Zusätzen, um den begehbaren Schleim herzustellen. Die Belohnung beim Regionalwettbewerb: ein zweiter Preis in der Kategorie Physik und ein Geldpreis.

Ebenfalls mit nach Celle fuhr der 13-jährige Hannes Pröpper aus Neuhaus. Der Apfelschorle-Fan wollte herausfinden, warum beim Mischen von Apfelsaft und Mineralwasser Bläschen entstehen.

Leider gab es in diesem Jahr keinen ersten Platz für das Otterndorfer Gymnasium, der das Sprungbrett in den Landeswettbewerb bedeutet hätte. Dennoch freuen sich Teilnehmer und Lehrer über Urkunden und Sonderpreise. Glücklich ist Bio- und Chemielehrer Dierk Steffen auch über eine 500-Euro-Spende des Rotary-Clubs Otterndorf-Land Hadeln für das „Jugend-forscht“-Projekt des Gymnasiums.

Quelle: J.-C. Mangels, Niederelbe-Zeitung (19.02.20)