„WIR sind stark!“ am Gymnasium Otterndorf

Ein Projekt für Zivilcourage und Anti-Gewalt

Auch in diesem Jahr führten die 7. Klassen wieder das von der Polizei für Jugendliche entwickelte Projekt „WIR sind stark!“ durch. Begleitet vom Klassenlehrer nahm jede 7. Klasse im Oktober/November zwei Vormittage lang an dem Programm teil. Geleitet wurde es von Kriminalhauptkommissar Uwe Sandrock als Koordinator des Präventionsteams der Polizeiinspektion Cuxhaven und einem für das Projekt geschulten Lehrer des Gymnasiums Otterndorf, Frau Raue, Frau Müller oder Frau Brack. Zwei Tage die Schule verlassen und in den Räumen der Stadt Otterndorf mit der Polizei arbeiten, das ist für die Schüler nicht nur eine willkommene Abwechslung im Schulalltag, sondern auch eine tolle Erfahrung, die sie für das Leben in und nach der Schule stärken soll.

Foto: Klasse 7a

Worum geht es?
Hauptziel ist es, die Zivilcourage von Jugendlichen zu fördern und zu stärken. „Wir vermitteln Jugendlichen dabei unter anderem die Bedeutung von Zivilcourage, Kommunikations- und Empathiefähigkeit, wir zeigen ihnen Handlungsalternativen auf, wir entwickeln mit ihnen Strategien zur Gewaltverhinderung und sie erlernen sinnvolles Helfer- und Opferverhalten,“ heißt es im Vorwort des Programms der Polizeidirektion Oldenburg, die dieses Projekt entwickelt hat.

Wie schafft man das?
Das Programm besteht aus 17 Übungen, in denen auf spielerische Weise geübt wird, zu seiner Meinung zu stehen, auch mal nicht „ja“ zu sagen, obwohl die Gruppe es von einem erwartet und in der Klassengemeinschaft mit allen gemeinsam Aufgaben zu lösen. Verschiedene Formen von Gewalt werden thematisiert, und in Rollenspielen werden Handlungsmöglichkeiten in Gefahrensituationen erarbeitet.
„Wie verhalte ich mich, wenn ich bedroht werde?“
„Macht es Sinn, eine Waffe, z.B. Pfefferspray, bei mir zu haben?“
Auf diese Fragen bekommen die Schüler Antworten, die auf langjährigen Erfahrungen in der Polizeiarbeit basieren. Eine große Rolle spielt auch das Thema Vertrauen. Die Schüler können die Erfahrung machen, wie man sich fühlt, wenn man aus einer Gruppe ausgeschlossen wird und wie es ist, sich in Vertrauensübungen in der Gruppe fallen zu lassen.

Kann man die Schüler auf diese Weise erreichen?
Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ führen wir dieses Projekt nun schon seit 10 Jahren durch. Fragt man ältere Schüler des Gymnasiums Otterndorf nach ihren Erinnerungen an „WIR sind stark!“, so gibt es wohl kaum einen Schüler, der sich nicht an diese beiden außergewöhnlichen Schultage und die dabei vermittelten Botschaften erinnert. Auch die Schüler der diesjährigen 7. Klassen waren mit viel Freude, Eifer und Emotionen bei der Sache und haben die Schulungsräume am Dienstag ein bisschen stärker verlassen, als sie diese am Montag betreten haben.

Unser Dank gilt an dieser Stelle Herrn Sandrock für sein alljährliches Engagement und der Stadt Otterndorf für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.

Nancy Raue und Sabine Brack