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Ein Abend mit Besorgnis erregenden Einblicken in die Medienwelt unserer Kinder

Gehen Sie auch alle zwölf Minuten zum Briefkasten? Nein? Unsere Kinder tun dies täglich, wenn sie im übertragenen Sinne ihre Nachrichten auf dem Smartphone checken, welches sie sowieso schon durchschnittlich vier Stunden am Tag zum Schreiben, Spielen und Versenden von Bildern in Benutzung haben – wie wir meinen. Aber welche Gefahren die massive und vielseitig nutzbare Medienlandschaft mit sich bringt, machte Slawomir Siewior den Eltern und Kollegen des Schulzentrums am 29.08.2016 an einem Informationsabend deutlich, zu welchem das Gymnasium Otterndorf einlud.

Vortrag Cybermobbing

Mit seinen auf einem affektiven Ansatz beruhenden Beiträgen führte der Realschullehrer mit brandaktuellen Themen durch die Trends der Medienlandschaft und füllte locker zwei Stunden, in denen er nicht nur die rechtlichen, sondern auch die emotionalen Folgen beleuchtete und teils erschrockene, teils besorgte Eltern hinterließ.

In seinen Ausführungen zeigte sich schnell, dass die Trends im Internet um Cybermobbing und Sexting weit gefächert sind und für viele Eltern leider Neuland bedeuten, da in deren Jugend an ein Handy noch nicht einmal zu denken war. Trotzdem überwog die Freude über die Sensibilisierung für diesen Lebensbereich unserer Kinder, da man nicht nur den ‚Taschengeldparagraphen‘ erläutert bekommen hat, sondern auch weiß, dass man als Elternteil haftbar ist, wenn bspw. die 14jährige Tochter leicht bekleidete bzw. sexuell aufreizende Bilder von sich (oder anderen Personen) versendet und damit jugendpornographische Schriften in Umlauf bringt.

Zudem war es auch überraschend, welche Gefahren vermeintlich harmlose Computerspiele bergen. Oder war Ihnen allen bekannt, dass man bspw. bei ‚Clash of Clans‘ schneller vorankommen kann, wenn man echtes Geld investiert? Wie schnell sind da die entsprechenden Buttons gedrückt und das monatliche Taschengeld ist weg. Neben der Sensibilisierung von Gefahren von PC-Spielen, Facebook, Instagram und Co. thematisierte S. Siewior zudem die ‚Nebenwirkungen‘ zahlreicher kostenfrei herunterzuladenden Apps. Auch da bekam so manches Elternteil das Schlucken.

Nichtwissen schützt vor Strafe nicht. Deshalb bleiben Sie nicht nur mit Ihren Kindern im Gespräch, sondern kontrollieren Sie auch mal gelegentlich das Smartphone Ihrer Kinder, denn dazu ist man sogar in regelmäßigen Abständen verpflichtet, wenn man seinen erzieherischen Aufgaben und der Fürsorgepflicht gerecht werden will. Auch wenn Kinder in ihrer Entwicklung zwangsläufig Fehler machen, bagatellisieren Sie diese nicht (Ein Mitwisser ist ein Unterstützer der Täter.) und seien Sie Ihrem Kind vor allem eines: Ein gutes Vorbild mit einem achtsamen Auge.

Der im Anschluss von zahlreichen Eltern geäußerte dringliche Wunsch einer Wiederholung wird mit Sicherheit vom Präventionsteam des Gymnasium Otterndorfs aufgegriffen werden und in naher Zukunft auch auf die Schüler zugeschnitten werden.

Nancy Raue, Gymnasium Otterndorf

Veröffentlicht unter Eltern
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