Über Paris in die Bretagne und zurück
Eine Frankreichreise voller Überraschungen
Zwei verspätete Nachtzüge, ein Zug in die falsche Richtung und ein Eiffelturm in Rosa – unsere Erasmus+Reise nach Frankreich hatte einige Überraschungen zu bieten! 14 Schülerinnen und 6 Schüler des 8. Jahrgangs, zwei Lehrerinnen (Frau Raue und Frau Fegert) und jede Menge Vorfreude im Gepäck: So starteten wir unser Frankreichabenteuer, das uns zunächst nach Paris und anschließend im Rahmen von Erasmus+ in die Bretagne führte.
Und Frankreich hatte einiges für uns zu bieten: beeindruckende Sehenswürdigkeiten, strahlenden Sonnenschein, herzliche Begegnungen – und auch die eine oder andere ungeplante Überraschung. Die erste ließ nicht lange auf sich warten: Schon unser Nachtzug nach Paris hatte reichlich Verspätung. So mussten wir zwar auf den geplanten Spaziergang nach Montmartre verzichten, erreichten aber gerade noch rechtzeitig unsere abendliche Seine-Bootsfahrt. Der Anblick des funkelnden Eiffelturms entschädigte uns dafür umso mehr!
Am nächsten Tag wartete Paris mit weiteren Höhepunkten auf uns – allen voran natürlich der Louvre! Auch ein bisschen Nieselregen konnte unsere Entdeckungslust nicht bremsen: Das Picknick wurde kurzerhand unter die Bäume verlegt, und weiter ging's! Unsere wunderschöne, zentral gelegene Jugendherberge (BVJ Opéra-Montmartre) erwies sich dabei als echter Glücksgriff (noch einmal vielen Dank an Peer Ole Martens für diesen Super-Tipp!). Beim gemeinsamen Abendessen im Flunch wurde es dann noch einmal spannend: Unsere Buchung sorgte zunächst für Verwirrung – aber auch das bekamen wir hin! Und zum Abschluss des Tages wartete noch ein ganz besonderer Anblick auf uns: Vom Arc de Triomphe aus bewunderten wir den Eiffelturm, der anlässlich des Brustkrebs-Aktionsmonats Octobre Rose in leuchtendem Rosa erstrahlte.

Nach zwei erlebnisreichen Tagen hieß es dann: Au revoir, Paris – bonjour, Bretagne ! Der zusätzliche Aufenthaltstag in Paris war übrigens privat finanziert worden. Nun ging es mit dem TGV weiter in Richtung unserer französischen Partnerschule. Allerdings wartete in Rennes schon das nächste Bahnabenteuer auf uns: ein Gleis, zwei Fahrtrichtungen – und wir saßen prompt im falschen Zug! Zum Glück ließ sich auch dieses Problem lösen, sodass wir schließlich Dol-de- Bretagne erreichten. Von dort ging es mit einem eigens für uns gecharterten Bus nach Pleine- Fougères, wo wir herzlich von unseren französischen Austauschpartner:innen empfangen wurden. In Pleine-Fougères lernten wir unsere Partnerschule, das Collège François Brune, und den französischen Schulalltag kennen. Gemeinsame Spiele, die Erkundung des Ortes und das traditionelle bretonische Spiel Palets sorgten schnell für Kontakte. Die deutsch-französischen Gruppen beschäftigten sich außerdem mit der Geschichte, Kultur und den Besonderheiten der Bretagne. Die Eindrücke und Arbeitsergebnisse wurden in einem gemeinsamen digitalen Buch festgehalten.
Das Wochenende gestalteten die französischen Austauschpartner:innen und deren Familien. Auch diejenigen Jugendlichen, die mit uns Lehrkräften in einem Ferienhaus untergebracht waren (es gab in diesem Jahr – wegen eines zweiten Austauschs – nicht genug Gastfamilien), wurden in die Familienaktivitäten einbezogen und konnten so ein Stück französischen Alltag erleben. Zwei echte Höhepunkte unserer Erasmus+Fahrt waren die Ausflüge nach Saint-Malo und zum Mont-Saint-Michel. In Saint-Malo ging es auf Entdeckungstour durch die historische Altstadt – bei einer Rallye mussten die Schüler:innen so manche knifflige Frage lösen. Nicht weniger beeindruckend war der Mont-Saint-Michel mit seiner mittelalterlichen Abtei und seiner einzigartigen Lage mitten in der Gezeitenlandschaft. Und das Wetter? Das spielte wunderbar mit! Fast während unseres gesamten Bretagne-Aufenthalts verwöhnte uns die Sonne mit strahlend blauem Himmel und angenehm warmen Temperaturen.

Und was wäre eine Bretagne-Reise ohne bretonische Spezialitäten und traditionelle Tänze? Beides durften wir natürlich ausgiebig kennenlernen – beim Tanzen sogar ganz praktisch! Doch das Schönste waren zweifellos die vielen persönlichen Begegnungen: beim gemeinsamen Arbeiten, auf unseren Ausflügen und vor allem im Alltag mit unseren französischen Austauschpartner:innen. Und wer weiß – vielleicht hat diese Fahrt sogar innerhalb unserer eigenen Gruppe für die eine oder andere unerwartete neue Freundschaft gesorgt!
Dass unsere Reise bis zum Schluss für Überraschungen gut war, zeigte sich dann auf der Rückfahrt: In Münster musste die Lok unseres Nachtzuges ausgetauscht werden – und so wurde aus der geplanten Ankunft am Vormittag eine Rückkehr nach Otterndorf um 16 Uhr. Geduld hatten wir auf dieser Fahrt also reichlich trainiert!
Was bleibt? Jede Menge schöner Erinnerungen, neue Kontakte, spannende Einblicke in das franzö- sische Leben – und die Erkenntnis, dass man auch mit begrenzten Sprachkenntnissen wunderbar miteinander auskommen kann. Und natürlich so manche Reisegeschichte, die wir wohl noch lange erzählen werden!
Und das Beste: Anfang April gibt es ein Wiedersehen! Dann erwarten wir unsere französischen Partner:innen zum Gegenbesuch in Otterndorf. Die ersten Überlegungen laufen bereits: Was möchten wir unseren Gästen unbedingt zeigen? Welche Ausflüge und Aktivitäten dürfen auf keinen Fall fehlen? Die Vorfreude ist jedenfalls schon jetzt groß!
Ein riesiges Dankeschön geht an unsere bretonische Partnerschule, ganz besonders an Frau Gobichon für die großartige Organisation vor Ort, und an die Gastfamilien, die uns mit so viel Herzlichkeit und Engagement aufgenommen haben!
Merci beaucoup!